EIN NEUES KAPITEL IN DEN ÖSTERREICHISCH-UNGARISCHEN BEZIEHUNGEN
- 22. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar ist am 21. Mai 2026 zu seinem ersten offiziellen Besuch als Regierungschef nach Wien gereist und traf dort Bundeskanzler Christian Stocker zu politischen Gesprächen. Das Treffen galt als wichtiger diplomatischer Neustart in den österreichisch-ungarischen Beziehungen und setzte ein deutliches Signal für eine engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Nachbarstaaten.

Foto: Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar und der österreichische Bundeskanzler Christian Stocker
Im Mittelpunkt der Gespräche standen die wirtschaftliche Kooperation, gemeinsame europäische Interessen sowie der Ausbau der regionalen Zusammenarbeit. Beide Seiten betonten die historische, wirtschaftliche und kulturelle Verbundenheit Österreichs und Ungarns und kündigten an, die bilateralen Beziehungen künftig auf eine stabilere und konstruktivere Grundlage stellen zu wollen.
Bundeskanzler Christian Stocker erklärte:
„Unsere Region steht auf gemeinsamen Grundlagen. Beide Länder stehen vor ähnlichen Herausforderungen und verfolgen gemeinsame Ziele. Dieses Potenzial müssen wir noch stärker nutzen.“
Thematisiert wurden außerdem der Ausbau der Infrastruktur, darunter die Modernisierung der Bahnverbindung zwischen Wien und Budapest sowie Verbesserungen im grenzüberschreitenden Verkehr. Auch die europäische Migrationspolitik und der Schutz der EU-Außengrenzen spielten eine zentrale Rolle bei den Gesprächen.
Péter Magyar betonte dabei:
„Ungarn wird weiterhin die Außengrenzen der Europäischen Union schützen und garantieren, dass keine illegalen Migranten über Ungarn in den europäischen Binnenraum gelangen.“
Darüber hinaus sprachen beide Regierungschefs über die Stärkung der wirtschaftlichen Beziehungen und die Rolle Ungarns innerhalb der Europäischen Union. Magyar kündigte an, dass seine Regierung eine konstruktive Zusammenarbeit mit europäischen Partnern anstrebe, gleichzeitig jedoch konsequent die Interessen ungarischer Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen vertreten werde.

Foto: Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar und der österreichische Bundeskanzler Christian Stocker.
Ein besonders sensibles Thema war die mögliche Asbestbelastung in mehreren westungarischen Gemeinden, die mit Materiallieferungen aus Österreich in Verbindung gebracht wird. Österreich und Ungarn vereinbarten die Einrichtung einer gemeinsamen Expertengruppe, die die Hintergründe untersuchen und Maßnahmen zur Lösung des Problems erarbeiten soll.
Zum Abschluss des Treffens unterstrichen beide Seiten ihren Willen, die österreichisch-ungarischen Beziehungen langfristig zu vertiefen. Besondere symbolische Bedeutung erhält dabei das Jahr 2027, in dem sich der österreichisch-ungarische Ausgleich von 1867 zum 160. Mal jährt.
Péter Magyar erklärte dazu:
„Es ist wirklich an der Zeit, eine friedlichere und einander unterstützende neue Ära in den österreichisch-ungarischen Beziehungen zu eröffnen.“
Im Rahmen des Treffens lud der ungarische Ministerpräsident die österreichische Regierung außerdem zu einer gemeinsamen Regierungssitzung im September nach Gödöllő in das Grassalkovich-Schloss ein. Damit soll ein neues Kapitel regelmäßiger strategischer Zusammenarbeit zwischen Österreich und Ungarn beginnen.


