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REZA PAHLAVI: DER FREIHEITSKÄMPFER

  • 1. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen


„Ein Mann von großer moralischer Überzeugung, der auf der ganzen Welt den guten Kampf führt, damit das iranische Volk die Art von Freiheit haben und die Segnungen der Freiheit genießen kann, die wir so oft als selbstverständlich ansehen“ — so stellte Kanzler Jonathan Falwell heute Reza Pahlavi, den Kronprinzen des Iran, bei der Convocation der Liberty University vor.


Reza Pahlavi, Crown Prince of Iran

Photo: Liberty University’s YouTube Channel

Reza Pahlavi, Kronprinz des Iran — Foto: YouTube-Kanal der Liberty University



Nach seiner Vorstellung wandte sich Reza Pahlavi an die Fakultät und die Studierenden der Liberty University und dankte für die Einladung. Seine Rede fiel auf den Beginn des Pessach-Festes und an die Schwelle zu Ostern.


Gleich zu Beginn machte er deutlich, in welcher Rolle er spricht: nicht nur als Iraner, sondern als „ein Zeuge im Namen von Millionen meiner Landsleute, deren Stimmen zum Schweigen gebracht wurden“. Er zeichnete das Bild eines Landes, das seit 33 Tagen von der Welt abgeschnitten ist — ohne Internet, ohne Verbindung, ohne Stimme.


Seit 33 Tagen leben die Iraner in digitaler Dunkelheit. Nicht 33 Minuten, nicht einmal 33 Stunden. 33 Tage.


Ein kompletter Blackout — keine Nachrichten, keine sozialen Medien, keine Möglichkeit, der Welt zu zeigen, was geschieht. Keine Möglichkeit, den eigenen Familien mitzuteilen, dass man noch lebt. Pahlavi forderte das Publikum auf, sich diese Zeit nicht als Entscheidung, sondern als Gefängnis vorzustellen. Mehr als 90 Millionen Menschen, so seine Darstellung, seien zum Schweigen gebracht worden, weil es zu viel Wahrheit zu verbergen gebe.


Dieses Schweigen ist kein Zufall. Es ist das Geräusch eines Regimes, das versucht, eine Revolution im Dunkeln zu ersticken.


Von dort aus weitete er den Blick — von der Stille zur Gewalt. Was im Iran geschehe, gehe über Ungerechtigkeit hinaus, sagte er, es müsse als das bezeichnet werden, was es sei: böse. Er verwies auf wiederholte Wellen der Repression, darunter die Tötung von mehr als 30.000 Demonstranten am 8. und 9. Januar:


Sina, ein 17-Jähriger, der mit seiner Familie auf die Straße ging, um Freiheit zu fordern, und erschossen wurde und nie nach Hause zurückkehrte. Rubina, eine junge Studentin, die davon träumte, in Mailand Mode zu studieren, deren Familie Reihen von Leichen durchsuchen musste, um sie zu finden. Borna, der sagte: Wenn ich nicht gehe, wird sich nichts ändern. Er ging — und wurde dafür getötet. Kimia, 17 Jahre alt, in die Brust geschossen von genau den Kräften, die sie eigentlich schützen sollten. Zwei Brüder, Rasul und Reza, die Seite an Seite protestierten und gemeinsam auf der Straße erschossen wurden. Und Bahar, drei Jahre alt, drei Jahre alt, nicht im Krieg, nicht auf dem Schlachtfeld, sondern durch Tränengas im eigenen Land getötet. Das sind keine Statistiken, das sind Leben.”


Doch damit, so machte er deutlich, endet die Gewalt nicht. Er sprach von Hinrichtungen, von Übergriffen in Krankenhäusern, von systematischer Brutalität.


Familien werden gezwungen, für die Kugeln zu bezahlen, die ihre Söhne und Töchter getötet haben. Das ist keine Politik. Das ist keine Regierungsführung. Das ist nicht einmal Repression. Das ist das Böse, organisiert, dauerhaft und ohne Reue.


Im nächsten Schritt rückte er die junge Generation in den Mittelpunkt. Universitäten im Iran seien zu Schauplätzen des Widerstands geworden — Orte, an denen Studierende trotz Razzien, Verhaftungen und Tötungen protestieren und immer wieder zurückkehren.


Freiheit ist alles wert. Freiheit ist es wert, dafür zu sterben.

Dann der direkte Vergleich — zwischen zwei Welten, die kaum weiter auseinanderliegen könnten:


“In Amerika diskutieren Studenten Ideen. Im Iran bluten Studenten für sie. In Amerika erhebt ihr eure Stimme. Im Iran riskieren sie ihr Leben, um zu flüstern und dann mutig zu schreien.”


Während Studierende in den Vereinigten Staaten ihre Zukunft planen, kämpfen ihre Altersgenossen im Iran ums Überleben — unter einem System, das sie fürchtet.

Die Frage, die er stellte, war entsprechend direkt:


"Was werdet ihr mit eurer Freiheit tun, wenn andere in eurem Alter für ihre sterben?”


Auch der Glaube spielte eine zentrale Rolle in seiner Rede. Trotz Verfolgung, so Pahlavi, wachse das Christentum im Iran:


Im Iran ist das Christentum heute nicht im Niedergang. Es wächst, leise, kraftvoll, im Untergrund.


Er sprach von inhaftierten Pastoren, beschlagnahmten Bibeln und verfolgten Gläubigen — und von einem Glauben, der gerade unter Druck Bestand habe. Dann der Blick zurück: auf ein anderes Iran, geprägt von Toleranz und Würde. Pahlavi verwies auf Kyros den Großen und stellte diesem historischen Erbe die Gegenwart gegenüber:


Das Regime, das heute im Iran herrscht, hat dieses Erbe verraten. Es repräsentiert nicht das iranische Volk.


Seine Schlussfolgerung ließ keinen Raum für Zwischentöne:


Es gibt kein Verhandeln mit dem Bösen. Es gibt keine Reform eines Systems, das auf Brutalität aufgebaut ist. Es gibt nur einen Weg nach vorn. Das Ende dieses Regimes.”


Am Ende wurde die Rede zu einem Appell:


“Lasst eure Wut euch bewegen. Lasst euren Glauben euch leiten. Lasst eure Stimme gehört werden. Sprecht für diejenigen, die nicht sprechen können. Steht zu denen, die allein sind. Schaut nicht weg."


Und schließlich ein Abschluss, getragen von Überzeugung:


Ich habe die Hoffnung nicht verloren, weil ich den Mut meines Volkes gesehen habe. Ich habe junge Frauen gesehen, die unbewaffnet vor Waffen standen. Ich habe Studenten gesehen, die sich weigerten zu knien. Ich habe ein Volk gesehen, das immer wieder aufsteht. Das Ende dieses Regimes ist kein Traum. Es kommt näher. Und wenn dieser Tag kommt, wird der Iran keine Bedrohung für die Welt sein. Er wird ein Partner sein, ein Freund, eine Nation, die in Freiheit wiedergeboren wird.

 
 
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